Die folgende Fassung geht auf 1800 zurück:
- 1. Beleget den Fuß
- Mit Banden und mit Ketten
- Daß von Verdruß
- Er sich kann nicht retten,
- So wirken die Sinnen,
- Die dennoch durchdringen.
- Es bleibet dabei:
- Die Gedanken sind frei.
- 2. Die Gedanken sind frei
- Wer kann sie erraten?
- Sie fliehen vorbei
- Wie nächtliche Schatten;
- Kein Mensch kann sie wissen,
- Kein Kerker verschließen
- Wer weiß, was es sei?
- Die Gedanken sind frei.
- 3. Ich werde gewiß
- Mich niemals beschweren,
- Will man mir bald dies,
- Bald jenes verwehren;
- Ich kann ja im Herzen
- Stets lachen und scherzen;
- Es bleibet dabei:
- Die Gedanken sind frei
- 4. Ich denk was ich will
- und was mich erquicket,
- Und das in der Still
- Und wenn es sich schicket;
- Mein Wunsch und Begehren
- Kann Niemand mir wehren;
- Wer weiß was es sei?
- Die Gedanken sind frei.
- 5. Wird gleich dem Gesicht
- Das Sehen versaget,
- So werd ich doch nicht
- Von Sorgen geplaget.
- Ich kann ja gedenken,
- Was soll ich mich kränken?
- Es bleibet dabei:
- Die Gedanken sind frei.
- 6. Ja fesselt man mich
- Im finsteren Kerker,
- So sind doch das nur
- Vergebliche Werke.
- Denn meine Gedanken
- Zerreißen die Schranken
- Und Mauern entzwei:
- Die Gedanken sind frei.
Wer es ironisch untermalt will -->
Um wieder zu ernsthafteren Dingen zu kommen, zu erwähnen ist noch Folgendes:
"Der Vater Sophie Scholls wurde Anfang August 1942 wegen hitlerkritischer Äußerungen inhaftiert. Sophie Scholl stellte sich abends an die Gefängnismauer und spielte ihrem dort einsitzenden Vater auf der Flöte die Melodie vor." [Quelle Lied und Zitat: Wikipedia]
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