Samstag, 31. Oktober 2009

Music on Shortcult: Fink

Fin (known as Fink) comes from the UK, will release some new accustic things soon, his recent album is called "Sort of Revolution", released in March this year (2009).

Here is one songs called "Maker" of this album in two different versions. The first is the original version as present on the album, somewhat electronic. The second is an accustic version which will be released as a single in nearer future (as far as I know).





Mittwoch, 28. Oktober 2009

B., ein Ort wie Fiji

Der Zug ist überfüllt ab dem Zeitpunkt als er in S. losfährt, scheinbar können weder ein ICE noch ein IC in die gleiche Richtung wie wir starten und es ist nicht klar wann und ob das überhaupt in den kommenden Stunden passieren wird.

Daher ist der ältere Mann, für den ich grade meine Tasche vom Sitz genommen und in den Gang gestellt habe, um ihm den Sitzplatz frei zu machen, in diesen Regionalexpress gewechselt, obwohl er ein Ticket für den IC hat.
Wir unterhalten uns kurz über die Situation, dann fährt unser Zug los. Mir fällt nach Kurzem seine etwas vergilbte Brille auf, die an den Seiten bis zu den Schläfen reichende Kunststoffkappen hat und mich deshalb an die Schutzbrillen aus dem Chemieunterricht erinnert.
Als er wenig später ein Kreuzworträtzelheft der Zeit zückt, sehe ich, dass der Nagel seines rechten Daumens mindestens doppelt so groß wie meiner ist, er muss enorm große Hände haben, meine sind schließlich relativ groß. Dachte ich zumindest bisher.
Nach etwa einer Stunde Fahrt, zeitlich gesehen nicht mehr weit von U. entfernt, kommt eine Durchsage, alle müssten in B. aussteigen, der Zugbegleiter sagt laut seinen Informationen seien in B. Busse bereit gestellt. Mir gefällt die Formulierung "laut seinen Informationen" auf Anhieb nicht, sie klingt so wie ich es sagen würde wenn ich mir absolut nicht sicher wäre über das was ich sagen muss aber weder lügen noch meine Unsicherheit zugeben wollen würde.

Der Zug hält in B., wir steigen aus, die Frau vor mit bittet um Hilfe beim Sprung von der Treppe. Alle haben es etwas eilig, schließlich weiß man ja nicht wie viele Schienen-Ersatz-Verkehr-Busse bereit stehen. Gedrängelt wird aber nicht, einige versuchen jedoch mit einem Hoppser über ein provisorisches Holzgeländer Zeit zu gewinnen. Wir trotten in einem Zug durch das unbefestigte Kiesbett- bzw. Gleisbett bis zum Bahnhofsplatz von B.. Dann passiert lange nichts, zumindest nicht aus Sicht des Weiterkommens.
Nach ca. 25 Minuten wird neben mir offen überlegt wie viele Menschen in einen Bus passen, die Schätzungen liegen zwischen 50-70, auf dem Bahnhofsplatz hat sich mittlerweile eine langgezogene Menschenmenge geformt. Eine offenbar amerikanische Frau telefoniert vor mir mit ihrem Mobiltelefon, sie schätzt die Menge auf "several hundret", ich halte es zuerst für übertrieben, aber sehe dass wir wirklich viele sind, der Platz ist voll und wo ich hinsehe Menschen mit leichtem Gepäck.

Der erste Schienen-Ersatz-Verkehr, kurz SEV, rollt an, in Form eines Nahverkehr-Gelenkbusses. Die, die sich schon zu Beginn strategisch geschickt in den ersten Reihen in der Nähe der Straße aufgestellt hatten (eine kleine Gruppe von etwa 40-50 Leuten hat sich inzwischen in Richtung Dorf-Kern losgeschlagen), stürmt und füllt den Bus in wenigen Sekunden.
Ich muss an ein Festival denken auf dem ich vor einigen Jahren (ebenfalls in BaWü) war. Dort spielte sich Montag Morgen, nachdem das Festival um war, eine ähnliche Szene in ähnlicher Kulisse ab. Damals jedoch bei gutem Wetter und nachträglich geschätzten 30°C. Im Gegensatz zu heute hatten die Wartenden damals allerdings ein enormes Schlafdefizit und zusammen sicherlich Restalkohol im Prozentbereich. Von beidem kann ich jetzt nichts spüren, der Mopp ist ruhig (zu ruhig vielleicht, denke ich bei kurzem Abschweifen an Meldungen von französischen Demonstranten), außerdem riecht keiner nach Bier. Ich weiß, ich habe damals gekocht vor Wut über die in meinen Augen vorherrschende Unfähigkeit was die Organisation anging. Aber war das ein tolles Festival!

Der zweite SEV rollt ein, gleiches Modell, ähnlicher Ablauf. Als er um die Kurve wegfährt sehe ich von meinem Sitzpaltz auf meiner Tasche aus, dass der Menschen-pro-Kubikmeter-Anteil eigentlich o.k. ist (ich vergleiche mit Fahrten im geliebten 34ger Bus zu meiner Schule an Herbstmorgenden) und ärgere mich etwas über meine Zurückhaltung, was das Positionieren angeht. Denn langsam wird es etwas kalt, dunkel ist es schon fast komplett.

Am Bahnhofsplatz in B., zwischen einer Großbaustelle (scheinbar bekommt B. eine Lärmschutzmauer gegen die vorübereilenden Züge), einem nicht erleuchteten großen Wohnhaus und einigen anderen, flacheren Gebäuden harren noch immer etwa 80-100 Menschen jeden Alters aus, von geschätzten 4 bis gefühlten 66 Jahren. Sie alle vereint der Wille nach U. zu kommen, oder wie ich, noch etwas weiter. Außerdem haben wohl alle gemein, dass Stress, Gedränge, Panik oder allgemein gesprochen, Hektik, keine geliebten Schachzüge bzw. Charaktereigenschaften sind.
Die Wenigsten nehmen war, wie sich langsam der Mond über das unbeleuchtete Haus schiebt, gelb, schön, schüchtern und erstaunt.
Von hier oben aus gesehen ist diese Gruppe, die unfreiwillig und nur für Bruchteile eines interstellaren Augenblickes eine Interessengemeinschaft bilden, so gestrandet wie zuletzt die SPD, und vielleicht so abgelegen wie Fiji. Ich sehe den netten, emsig eilenden Weichensteller von B. zur Gruppe eilen, einige versammeln sich um ihn, wirken aber auch nach zweimaligem Wiederholen der Gesten und Worte nicht wirklich schlauer oder froher als zuvor.

Ich kann nicht genau verstehen was er sagt, scheinbar ist die Strecke wieder offen und alle, die nicht in den 3. SEV-Bus passen, könnten mit einem nahenden Zug gen U. fahren. Für den Bruchteil einer Sekunde macht sich ein Gefühl der Enttäuschung breit, nein, jetzt kann ich auch nicht mehr im Zug nach U. fahren, nicht jetzt. Kurz danach ruft eine Frau laut "Der Zug nach U. ist da!" und dank meiner akustischen Nähe zur Rufenden und der vorher bereits bedauerten Zurückhaltung was das Anstellen anging bin ich jetzt einer der Ersten, die zurück zu den Gleisen eilen. Ein sicherlich aus den 70gern stammender Zug, etwa so lang wie zwei aneinander gereihte Nahverkehr-Gelenk-Busse steht bereit, dort, wo vorher alle bitte aussteigen mussten.

Die Fahrt nach U. ist unspektakulär und dauert keine 10 Minuten. Ich erinnere mich daran was ganz zu Beginn meines Besuches in B. passierte. Die nette ältere Amerikanerin drehte sich zu ihrem Mann, nachdem sie offenbar mit Angehörigen, vielleicht ihrer Tochter oder Freunden telefoniert hatte, um diesen das Geschehen mitzuteilen. Nachdem sie das Gespräch beendet hatte, drehte sie sich zu ihrem Mann und sagte: "Do you know what she said? It's just what I wanted to say. She said: `Shit happens`." Und sie lacht dabei.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

looks like a convenient winter

as proposed earlier today, Kings of Convenience have release a new album, titled "Declaration of Dependence", it's their third cd as Kings of Convenience.
Kings of Convenience are Erlend Øye and Eirik Glambæk Bøe, born in Norway, 1975.
They both seem to have a very deep sense for nature, at least they present both beautiful music and pictures, their newly made website is worth being visited even without loving their music.
The latter will become difficult once listening to it. It's seems like after a four year break again a 5th season will take place this winter, mixing the cold of winter and the warmth of summer to an undefinable, beatiful time which catches you. You may have to be careful that you will be released once spring is back. But maybe realizing that you were caught in an extraordinary mood triggered by this music is like remembering beautiful moments of a past relationship.

Maybe the most amazing song on Declaration of Dependence, Me In You:

very nett: Kings of Convenience - Boat Behind

after a four-year break Kings of Convenience have released their third album called "Declaration of Dependence" on October 20th 2009. This is one of maybe several very nice songs, called Boat Behind:

ganz neu: Lou Barlow - The Right | ganz alt: Grant Lee Buffalo - Honey Don't Think

wie füreinander gemacht. und deshalb kamen sie wohl auch hintereinander bei fm4. da hat der musikredakteur genau die stimmung für einen leicht verkaterten, winterlichen donnerstag-vormittag getroffen.


Lou Barlow : The Right (vom Album "Goodnight Unknown, Domino Records, 2009)




Der Wandel vom harten Keks zum lockeren Backwerk fand nicht übergangslos statt

Ihr Blick, war eindringlich, und durchbohrend. So lange, dass es kein Zufall und auch keine kurzes Interesse seien konnte. Er war fragen, ehrlich entblößend, für sie.
Die Werbung zeigte an dass etwas Neues zu holen sei, glaube ich. In der Ubahn, sowohl in der Ersten als auch in der Zweiten, standen U-Bahn-Wachen, eine Mischung aus privater Polizei und von der Stadt verordneter Schutzpolizei, die sich bei jedem Halt aus der Tür lehnten und den Bahnsteig zu überblicken versuchten. Meiner Meinung nach waren es bloße Versuche, wenn sicher auch nicht sinnlos, dennoch war der Bahnsteig an vielen Stationen uneinsichtig und eine U-Bahn selbst etwa 100 Meter lang. Sie mussten sich also trotzdem auf Hilfe oder Meldungen von Passanten oder Mitfahrenden verlassen, um im Falle eines Problems helfen zu können. Problem klingt so harmlos.
Sie saß neben einem doppelten Biskuit- Boden, der dermaßen weit weg von ihr auf der Sitzbank lag und so dermaßen fremd an diesem Ort war, dass ich mir beim logischsten Willen nicht ernsthaft einreden konnte, dass er ihr gehörte. Sie tat dermaßen unbeteiligt, dabei ist es wohl wirklich schwer, bei einem eingeschweißten, doppelten Biskuit-Boden, der direkt neben einem auf der Doppelsitzbank liegt, unbeteiligt zu tun. SCHLIEßLICH GEHÖRT DER HIER NICHT HIN. Das ist nunmal keine Konditorei, in der eingeschweißte Biskuitböden, ob jetzt doppelt, einfach oder mehrfach, zum Standard gehören, zu den Produkten die einem jeden Tag in der Arbeit begegnen, wie die freundliche Chefin, bei der man jeden Morgen kurz `Hallo` sagt, oder den Kollegen, die wie man selbst den ganzen halben oder ganzen Tag in kanienchenhafter Angsthaltung gebannt auf den Monitor starren, der einem die weite Welt vermittelt, während man selbst in der Enge eines Raumes sitzt, der zwar Tief, aber nicht den Glanz und die Gloria versprechend ist, wie beim Profi-Sport.
Den letzten Weg bin ich gerannt, es gab keinen Grund von außen, ich habe mich sogar umgeblickt, ob andere da seien die das was ich tue als komisch empfinden könnten, aber für mich war es wichtig, wie eine Befreiung, auch wenn die Befreiung beschränkt ist, auf das was ich mit ihr in diesem Moment verbinde und auf den Moment selbst.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Wohin mit dem Müll oder "Bericht: Atomcontainer rotten vor sich hin"

ein aufschlussreicher Artikel der Tagesschau zum Thema: Deutschland, Atomenergie und Abschiebung - in diesem Fall von knapp 24.000 Tonnen radioaktivem und hochgiftigem Müll nach Sibirien.
Da aber Russland ab nächstem Jahr nichts mehr davon haben will, baut die zuständige Firma grade ein zweites Werk in Deutschland.
Und da sage noch einer die deutsche Energie-Industrie wäre nicht einfallsreich. Schade nur, dass scheinbar immer noch nicht die Erkenntnis gewachsen ist, dass hochgiftige Stoffe weder vor Grenzen noch Gewässern halt machen und, dass die Bewohner in Sibirien wohl genauso wenig an radioaktiver Endlagerung in ihrem Umfeld interessiert sind wie Menschen in Deutschland. Vielleicht sollte jeder Vorstand als Bedingung für die jährliche Entlastung durch die Aktionäre so ein schwarz-gelbes Fässchen in seinen Keller einlagern müssen, dass könnte ganz neue Akzente setzen - bei der Lagerung von Wein und dem Umgang mit der Umwelt.

Tagesschau.de

Dienstag, 13. Oktober 2009

Music on Shortcult: Violet Kin from Canada

attractive, uncommon and eclictic pop-electronic music, reduced and focused on voice, drums and guitare.

music on Myspace: violet kin

Ausstieg aus dem Ausstieg / Anti-Atomkraft-Bewegung vor dem Revival (1) ?

die neue bzw. künftige Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP hat jetzt laut tagesschau.de über ihren "CDU-Mittelstandspolitiker" Michael Fuchs mitteilen lassen, dass Solarstrom künftig eventuell weniger gefördert werden könnte, Atomenergie dafür länger als von der Rot-Grünen Bundesregierung unter Kanzler Schröder beschlossen genutzt werden könnte. Das entspricht wohl zum einen der angekündigten Aufweichung bzw. Rückgängig-Machung des Atom-Ausstiegs ("Ausstieg aus dem Ausstieg), zum anderen wirft es meiner Meinung nach die Fragen auf, mit welcher Berechtigung dies geschieht und zu welchem Grad die unionsgeführte kommende Regierung glaubwürdig ist, da Mittelstands-Förderung, wie immer wieder als Kern-Thema beschworen, wohl im Gegensatz zu einer derartigen Politik stehen dürfte. Regenerative Energien haben sich mittlerweile zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige entwickelt, in dem grade mittelständische Unternehmen tausende neue Arbeitsplätze geschaffen haben und Deutschland bzw. Europa zu einer Führungsrolle in Forschung und Produktion verholfen haben.
Aus umweltpolitischer Sicht dürfte eine solche Politik zudem einem "Arktis-Effekt" gleichkommen, da auf der einen Seite die Förderung CO2-reduzierender bzw. neutraler Energiequellen benachteiligt wird, auf der anderen Seite eine umweltgefährdende Technologie begünstigt wird, wodurch zwei in gleicher Richtung laufende Effekte die Umwelt stärker als nach bisheriger Politik der Fall belasten werden.
Der Betrieb sowie die Folgen des Betriebes von Atomkraftwerken sind für die Umwelt und die Ökologie keineswegs absehbar, wie die Austritte radioaktiv verseuchter Lauge sowie die grundsätzlicen Entwicklungen rund um den Salzstock "Asse" als mögliches Endlager (und in diesem Zusammenhang die vor wenigen Wochen enthüllten Eingriffe der Kohl-Regierung auf Gutachten bezüglich der Sicherheit und Eignung dieses Lagerortes) gezeigt haben.

der aktuelle Tagesschau.de-Artikel zum Thema

Sonntag, 11. Oktober 2009

Iran (3) - Todesstrafen gegen drei Regime-Kritiker

drei Regime-Kritiker wurden zum Tode verurteilt, schreibt tagesschau.de

Dienstag, 6. Oktober 2009

AutoStrom und so (eine Impression und Reaktion auf die aktuelle Werbung)

..und schon bringen sich die energiekonzerne in position für den rundumschlag beim aufbau des oligopols um "auto"- strom (klingt schön..), und von ökostrom kann da noch nicht die rede sein, vielmehr hat die werbepsychologie im kopf den menschen von anfang an (bezüglich strom als treibstoff) bei zu bringen, dass, egal wie auch immer die zeit nach dem öl-zeitalter aussehen wird, egal bei welchem hersteller menschen ihr(elektro)auto kaufen, das abhängigkeitsverhältnis das gleiche bleibt, tankstelle bleibt tankstelle, auch wenn das kabel zum aufladen des autoakkus nicht aus der zapfsäule sondern aus dem schlafzimmerfenster baumelt.

and I lay down my Worried Mind - Megafaun & Bon Iver